Wenn nachts plötzlich Kellerasseln im Keller, Bad oder unter gelagerten Kartons auftauchen, steckt meist kein Hygieneproblem dahinter. Die Tiere folgen Feuchtigkeit, Dunkelheit und geeigneten Verstecken und gelangen oft durch kleine Öffnungen aus dem Garten, Schuppen oder Mauerwerk ins Haus. Ich zeige, woher Kellerasseln kommen, welche Ursachen den Befall begünstigen und was wirklich hilft, damit sie nicht ständig wieder auftauchen.
Die wichtigsten Ursachen auf einen Blick
- Feuchtigkeit ist der wichtigste Grund für Kellerasseln in Innenräumen.
- Die Tiere kommen meist durch Ritzen, Türspalten, Kellerfenster oder Pflanzenmaterial ins Gebäude.
- Einzelne Tiere sind harmlos, viele Kellerasseln können jedoch auf ein Feuchteproblem hinweisen.
- Falsches Lüften im Sommer kann warme, feuchte Außenluft in kalten Kellerräumen kondensieren lassen.
- Dauerhaft wirksam ist vor allem, die Feuchtigkeitsquelle zu beseitigen, nicht nur die Tiere zu entfernen.

Woher kommen Kellerasseln wirklich?
Kellerasseln stammen ursprünglich aus feuchten Lebensräumen im Freien. Man findet sie unter Laub, Steinen, feuchtem Holz, Kompost oder dichtem Bewuchs. Dort zersetzen sie abgestorbenes Pflanzenmaterial und erfüllen damit eine nützliche Aufgabe im natürlichen Stoffkreislauf.
Ins Haus gelangen sie nicht, weil sie von Schmutz oder Essensresten angezogen werden wie etwa Schaben. Sie suchen vor allem einen Ort, an dem ihre empfindlichen Atmungsorgane nicht austrocknen. Ein feuchter, dunkler Keller mit vielen Verstecken ist deshalb besonders attraktiv.
Die Frage, woher Kellerasseln kommen, lässt sich in den meisten Fällen mit zwei Faktoren beantworten: Sie finden von außen einen Zugang und treffen im Gebäude auf günstige Bedingungen. Das kann bei einem alten Keller in Nordrhein-Westfalen ebenso passieren wie in einer Garage, einem Gewächshaus oder einem schlecht belüfteten Neubau.
Typische Eintrittsstellen
- Spalten unter Keller- und Terrassentüren
- Undichte Kellerfenster oder Lichtschächte
- Risse im Mauerwerk und offene Leitungsdurchführungen
- Rankpflanzen, Laub und feuchtes Holz direkt an der Hauswand
- Blumentöpfe, Brennholz, Kompostmaterial oder gelagerte Gartenutensilien
Besonders nach starken Regenfällen, längeren feuchten Wetterperioden oder einer trockenen Phase im Garten können sich die Tiere anders verteilen. Auch frisch eingebrachte Pflanzen und feuchtes Holz werden gelegentlich zur unbemerkten Eintrittshilfe.
Warum Feuchtigkeit Kellerasseln ins Haus lockt
Kellerasseln brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit, weil sie sonst schnell austrocknen. Deshalb vermehren sie sich nicht dauerhaft in einem trockenen, gut beheizten Wohnraum. Häufen sie sich im Keller, unter einer Spüle oder im Badezimmer, sehe ich das zuerst als Hinweis auf ein Feuchteproblem und erst danach als Schädlingsfrage.
Ursachen gibt es mehrere. Dazu gehören undichte Rohre, feuchte Kellerwände, Kondenswasser, schlecht trocknende Wäsche und eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit. In älteren Häusern können außerdem eine beschädigte Außenabdichtung, aufsteigende Feuchtigkeit oder eine ungünstige Geländeneigung Wasser an die Kellerwand führen.
Ein oft unterschätzter Fehler ist das Lüften im Sommer. Warme Außenluft enthält mehr Feuchtigkeit. Trifft sie auf kalte Kellerwände oder Böden, kann Wasser kondensieren. Ich würde einen kühlen Keller deshalb an schwül-warmen Tagen eher früh morgens oder spät abends kurz stoßlüften, statt Fenster stundenlang offen stehen zu lassen.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Was ich zuerst prüfen würde |
|---|---|---|
| Einzelne Assel nahe der Tür | Zufälliger Zugang von draußen | Türspalt, Laub und Pflanzenbewuchs |
| Viele Tiere unter Kartons | Feuchte Lagerung und dunkle Verstecke | Wandabstand, Bodenfeuchte und beschädigte Kartons |
| Asseln an einer Kellerwand | Kondenswasser oder eindringende Feuchtigkeit | Feuchteflecken, muffiger Geruch und kalte Wandbereiche |
| Asseln zusammen mit Schimmel | Dauerhaft feuchtes Raumklima oder Wasserschaden | Leckagen, Lüftung und bauliche Abdichtung |
Ein Hygrometer liefert dabei eine bessere Grundlage als das eigene Gefühl. Für beheizte Wohnräume gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 40 bis 60 Prozent als praktikabler Orientierungsbereich. Im Keller ist die Temperatur niedriger, deshalb sollte man besonders auf Kondenswasser und feuchte Oberflächen achten, nicht nur auf einen einzelnen Messwert.
Was Kellerasseln mit Schimmel zu tun haben
Kellerasseln verursachen keinen Schimmel. Sie fressen weder Wandputz noch Dämmstoffe und sind normalerweise keine Gefahr für die Bausubstanz. Trotzdem können sie gemeinsam mit Schimmel auftreten, weil beide von feuchten Bedingungen profitieren.
Das Umweltbundesamt beschreibt Kellerasseln deshalb als mögliche Indikatoren für zu hohe Feuchtigkeit. Das bedeutet nicht, dass nach jeder einzelnen Assel automatisch Schimmel vorhanden ist. Treten jedoch zusätzlich dunkle Flecken, abplatzender Putz, weiße Ausblühungen oder ein muffiger Geruch auf, sollte die Feuchteursache genauer untersucht werden.
In Mietwohnungen würde ich sichtbare Feuchteschäden zeitnah dokumentieren und der Hausverwaltung oder dem Vermieter melden. Eigentümer sollten nicht dauerhaft mit Sprays oder Duftmitteln arbeiten, wenn Wasser durch eine Wand eindringt. Dann liegt das eigentliche Problem meist bei Abdichtung, Rohrleitungen oder Lüftung.
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Wann fachliche Hilfe sinnvoll wird
- Die Feuchtigkeit kehrt trotz Lüften und Heizen immer wieder zurück.
- Schimmel breitet sich sichtbar aus oder kommt nach der Reinigung erneut.
- Wände fühlen sich dauerhaft klamm an oder der Putz löst sich.
- Mehrere Räume, Kellereinheiten oder Nachbarwohnungen sind betroffen.
- Ein Wasserschaden, Rohrbruch oder Schaden an der Gebäudehülle möglich ist.
Ein einzelnes Tier ist kein Notfall. Eine Kombination aus vielen Asseln und baulichen Feuchtespuren sollte man dagegen ernst nehmen, weil aus einem kleinen Problem langfristig ein größerer Sanierungsfall werden kann.
Wie man Kellerasseln dauerhaft loswird
Ich würde immer in dieser Reihenfolge vorgehen: erst die Tiere entfernen, dann die Eintrittsstellen kontrollieren und schließlich die Feuchtigkeit reduzieren. Werden nur die sichtbaren Asseln beseitigt, kommen sie bei unveränderten Bedingungen meist wieder.
- Tiere vorsichtig entfernen. Einzelne Kellerasseln lassen sich mit Besen und Kehrblech aufnehmen und draußen an einem geeigneten, feuchten Ort aussetzen. Bei vielen Tieren kann ein Staubsauger helfen.
- Verstecke beseitigen. Kartons, Holz, Laub und Gegenstände sollten nicht direkt an feuchten Wänden oder auf dem Kellerboden lagern.
- Feuchte messen. Mit einem Hygrometer lässt sich prüfen, ob die Luftfeuchtigkeit regelmäßig erhöht ist. Zusätzlich sollten Wände, Fensterlaibungen und Rohranschlüsse kontrolliert werden.
- Richtig lüften. Im Sommer besser kurz und gezielt lüften, im Winter regelmäßig stoßlüften. Dauerhaft gekippte Fenster sind im Keller oft keine gute Lösung.
- Zugänge schließen. Türdichtungen, Kellerfenster, Lichtschächte und Leitungsdurchführungen sollten dicht sein, ohne notwendige Lüftungsöffnungen zu verschließen.
- Ursache reparieren. Bei Leckagen, eindringendem Wasser oder feuchten Kellerwänden braucht es eine fachgerechte Prüfung und gegebenenfalls eine bauliche Sanierung.
Hausmittel wie Schalen mit Kartoffelstücken können einzelne Tiere anlocken, lösen aber das Grundproblem nicht. Auch chemische Mittel halte ich bei einem überschaubaren Befall für übertrieben. Sie reduzieren vielleicht kurzfristig die Zahl der Tiere, ändern aber weder die Feuchtigkeit noch den Zugang zum Gebäude.
Welche Fehler den Befall immer wieder fördern
Viele Bewohner stellen einen Luftentfeuchter auf und erwarten, dass damit alles erledigt ist. Das kann vorübergehend helfen, wenn die Feuchtigkeit aus der Raumluft stammt. Bei einer nassen Kellerwand, einem Leck oder eindringendem Regenwasser bleibt das Gerät jedoch nur eine Zwischenlösung.
Ein weiterer Fehler ist das Lagern in Pappkartons direkt an der Außenwand. Karton nimmt Feuchtigkeit auf und bietet Kellerasseln einen geschützten, dunklen Rückzugsort. Besser sind regalförmige Lagerlösungen mit Abstand zur Wand und geschlossene, trockene Behälter für empfindliche Vorräte.
Auch aggressive Sprays werden häufig zu früh eingesetzt. Kellerasseln sind in der Regel keine gefährlichen Schädlinge, sondern eher ein sichtbares Signal für die Raumverhältnisse. Erst wenn die Ursache behoben ist, lässt sich zuverlässig beurteilen, ob überhaupt noch eine Bekämpfung nötig ist.
Was die Tiere über den Zustand des Kellers verraten
Kellerasseln sind meist nicht das eigentliche Problem, sondern der Hinweis darauf. Einzelne Tiere nach einem Regenguss können schlicht zufällig eingedrungen sein. Wiederkehrende Gruppen an derselben Stelle sprechen eher dafür, dass dort Feuchtigkeit, ein Versteck und ein Zugang zusammenkommen.
Mein praktischer Rat lautet deshalb, nicht nur nach den Asseln zu suchen. Prüfen Sie auch, ob Kartons weich werden, ob sich an kalten Flächen Kondenswasser bildet oder ob der Putz salzige Ränder zeigt. Wer diese Signale früh erkennt, kann häufig mit überschaubaren Maßnahmen reagieren, bevor Schimmel oder größere Bauschäden entstehen.
Für Bewohner in Nordrhein-Westfalen gilt das besonders bei älteren Häusern mit unbeheizten Kellern und Außenwänden im Erdreich. Dort ist die Kombination aus Wetter, Baualter und Lüftungsverhalten entscheidender als die schiere Anzahl der Tiere. Werden die Räume trocken gehalten und die Zugänge geschlossen, verschwindet der Befall in vielen Fällen von selbst.